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Landsmannschaft (Studentenverbindung)

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Landsmannschaft (Studentenverbindung) Artikel

Eine Landsmannschaft (lat. nation) war an den frühen Universitäten in dem Mittelalter der Zusammenschluss der Studenten eines Landes oder einer Region. Heute ist sie eine Art von Studentenverbindung. ==Die ursprünglichen Landsmannschaften (nationes)==

Im Mittelalter wurden Studenten nach ihrer Herkunft in Gemeinschaften zusammengefasst. Die Landsmannschaften waren besonders für die soziale Fürsorge zuständig, indem sie etwa erkrankte Studenten betreuten.

Ursprünglich war die territoriale Einordnung der Landsmannschaften sehr grob, man richtete sich nach den vier Himmelsrichtungen. So gab es an der Universität Paris die englische Nation für die Nord- und Osteuropäer, dazu die normannische, die pikardische und die gallische Nation. An der Universität Prag gab es eine böhmische Landsmannschaft (zu der Deutsche und Tschechen gehörten) dazu eine bayrische, eine polnische und eine sächsische. Da an der mittelalterlichen Universität die Herkunft keine Rolle spielte, weil Studenten sehr mobil waren und selbst Sprachgrenzen wegen der Verbreitung des Lateins keine Rolle spielten, war die genaue Einteilung der Landsmannschaften unwichtig. Die Studenten und Magister gehörten einfach zu der Landsmannschaft, die am ehesten ihrer Herkunft entsprach.==Landsmannschaften und Studentenverbindung== Später waren Landsmannschaften noch stets ein Zusammenschluss von Studenten aus einer Region, bis sie das Territorialprinzip bzw. Herkunftsprinzip, aufgaben.

Älteste deutsche Studentenverbindung ist die heutige Landsmannschaft Sorabia-Westfalen zu Münster, die zurückgeht auf die 1716 gegründete Leipziger Landsmannschaft Sorabia.

In ihrer alten Form sind Landsmannschaften die Wiege der heutigen Korporationen. Aus ihnen ging 1815 die demokratisch gerichtete Deutsche Burschenschaft (DB) hervor. Damalige Landsmannschaften, die nicht der Deutschen Burschenschaft beitraten, nannten sich fortan Corps. Parallel zu diesen beiden entwickelten sich in dem Folgenden wieder Landsmannschaften. Diese begrenzten sich nicht mehr auf "Landsmänner" einer Region, sondern ließen die Traditionen der alten Landsmannschaften weiterleben. In dem Gegensatz zu den Burschenschaften hatten sie den Grundsatz unbedingter Genugtuung (Satisfaktion) und verwarfen jedwede parteipolitische Bindung ihrer Bünde. In dem Gegensatz zu den Corps lehnten sie überflüssigen Aufwand ab und vertraten den Grundsatz der Gleichberechtigung aller Waffenstudenten. Bereits die ersten Landsmannschaften sowie auch die, die erst in dem 19. Jhdt. gegründet wurden, pflegten das Toleranzprinzip und machten keine Unterschiede bei der sozialen Herkunft der Mitglieder. Bereits bevor die Demokratiebewegung in dem 19. Jhdt. auftrat, hatten die Landsmannschaften in ihrer inneren Organisation demokratische Elemente verwirklicht. So wurde der Vorstand (Chargia) von den Burschen aus ihren Reihen für eine bestimmte Zeit gewählt. Nach Beendigung ihrer Amtszeit waren sie wieder normale Burschen. Das Toleranzprinzip und die demokratische Organisationsform werden auch heute noch gehandhabt.

Die Landsmannschaften des CC sind Landsmannschaften neuen Typs, sie entstanden um 1850. Der Unterschied zwischen ihnen und den Corps war, dass Landsmannschaften jedem Studenten nach einem Ehrengericht Satisfaktion gaben. Zusätzlich erhoben sie in dem Unterschied zu den Corps keinen Anspruch auf eine Alleinvertretung der Studenten. In dem Unterschied zu den Burschenschaften lehnten sie jede politische Betätigung ab.

Die Landsmannschaften tragen Farben (Couleur) und fechten Mensuren. Sie gehören heute mehrheitlich dem Coburger Convent (CC) an.

Siehe auch: Deutsche Landsmannschaft.

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